Kurioses
Erster Derbysieger
11. Juni 1869: Mit schönen Karossen, in Kremsern und eleganten Equipagen fuhr man nach Horn. Man erlebte bei strahlend blauem Himmel den ersten Derbytag. Sieger wurde Investment, geritten vom englischen Jockey W. Little. Im kleinen Feld von fünf Pferden wurde Rabulist zweiter, dahinter kam Hamlet ins Ziel. Der Derbypreis betrug seinerzeit 1.400 Taler.
Das Schinken-Derby
Der allseits beliebte Aktivenabend im Rahmen der Derbywoche forderte 1988 ein prominentes Opfer. Jockey Olaf Schick, der bei dieser Festivität dem gratis gereichten Gerstensaft reichlich zugesprochen hatte, war anschließend mit zwei Kollegen in einen Imbiss-Stand auf dem Rennbahngelände eingebrochen und hatte einen 15 Kilo schweren rohen Schinken entwendet, wurde dabei allerdings erwischt. Dietrich von Boetticher, Besitzer von Luigi, den Schick einige Tage später im Derby reiten sollte, fand dies weniger erfreulich und entband den Jockey von seinem Engagement. Ersatzmann Walter Swinburn kam aus England eingeflogen – und gewann.
Kaiser in Horn
21. Juni 1903: Kaiser Wilhelm II. besuchte das Derby, in den darauffolgenden Jahren kam er mit der kaiserlichen Familie am Tag des großen Hansa-Preises nach Horn. Wenn die kaiserliche Familie in den mit Grauschimmeln bespannten Victoria-Kaleschen zur Horner Rennbahn hinausfuhr, ging die Fahrt stets durch ein dichtes Spalier von Menschen.
Kapelle verstummte
1914 wiegte sich Hamburg in Friedenszuversicht. Der Handel blühte. Im „Trocadero“, dem bekanntesten Ballhaus der Innenstadt, tanzte das Derby-Ballett in den Farben der bekanntesten deutschen Rennställe. Endlose Wagenschlangen fuhren am Derby-Tag nach Horn hinaus. Die Rennbahn bot wie immer ein glanzvolles Bild. Doch plötzlich war die freudige Stimmung wie weggeblasen. Voller Entsetzen hörte man die Nachricht von der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Frau in Sarajewo. Eine unheilvolle Vorahnung machte sich breit. Die Kapelle, die eben noch flotte Marschweisen intoniert hatte, verstummte. Selbst der Derbysieger Ariel ging ohne Tusch durchs Ziel. Alle verliessen die Rennbahn schnell. Nur wenige Wochen später begann der erste Weltkrieg.
Einstweilige Verfügung
1991 versuchte der aus Belgien stammende Jockey Lester McGarrity mittels Einstweiliger Verfügung, den Derbyritt auf Friscolino zu erzwingen. Gegen eine Abstandzahlung vom Gestüt Erlengrund verzichtete er auf Rechtsmittel. Friscolino belegte mit dem für McGarrity engagierten Weltklassejockey Tony Cruz aus Macao den achten Platz.
Japaner im Deutschen Derby
1985 gab es einen Exoten zu bestaunen: Der 36jährige Japaner Yukio Okabe saß im Sattel des Außenseiters Ordensadler, der im geschlagenen Feld endete.
Kuriosester Start im Derby
1989 ließ Starter Jobst Spengemann das Feld starten, obwohl der Hengst Argentano unter Dragan Ilic noch nicht in der Startbox stand.
Noch mehr Startprobleme…
1996 wurde der einäugige Hengst Arctic Boy vom Start verwiesen. Der Grund: Er war einfach nicht in die Boxe zu bewegen. Der Hamburger Renn-Club mußte 43.007,50 DM an Wetteinsätzen zurückzahlen. Arctic Boy entwickelte sich später zu einem Rennpferd der Ausgleich I-Kategorie.
Schimmel ohne Sieg
Noch nie konnte ein Schimmel das Deutsche Derby gewinnen.
Tragischster Fall im Derby
1901, als der Hengst Pförtner von dem Mitstarter Slanderer am Start geschlagen wurde, bei ihm eine Rippe durch die Lunge drang und er auf der Stelle getötet werden musste.
Turbulenz am Rande des Derby
1912 stieg der Graf von K. auf einen Stuhl, um besser sehen zu können und die Polizei verwies im vom Platz. Tags darauf forderte der Graf den Club-Vorstand auf Pistolen. Beim einmaligen Kugelwechsel traf allerdings niemand.
Zank-Streit-Derby
1964 landete der favorisierte Jockey Gerhard Streit auf Marinus abgeschlagen auf dem vierten Platz – zugunsten des Derbysiegers mit Namen Zank.





















