191. Union-Rennen: Erobert Englishman nach Köln bald auch Hamburg?
(Köln/ Hamburg) Die Festwochen des Gestüts Ittlingen gehen weiter: Nur eine Woche nach dem Triumph mit Alleno im Grossen Preis von Tattersalls in Baden-Baden landete die Zuchtstätte von Manfred Ostermann mit Englishman (7,9:1) auch den Sieg in der bedeutendsten Vorprüfung für das IDEE Deutsches Derby am 5. Juli in Hamburg – im Sparkasse KölnBonn – 191. Union-Rennen vor 8.500 Zuschauern in Köln. In diesem mit 70.000 Euro dotierten Gruppe II-Rennen über 2.200 Meter hatte 2025 der spätere Derbysieger Hochkönig hinter Zuckerhut Platz zwei belegt. Das letzte Pferd, das das Doppel Köln/Hamburg schaffte, war Sammarco im Jahr 2022.
Und Englishman, der beim erst zweiten Lebensstart seine weiße Weste verteidigte und 40.000 Euro Preisgeld auf das Ittlingen-Konto galoppierte, scheint das Zeug zum Hamburg-Helden zu besitzen, denn mit einer beeindruckenden Leistung katapultierte er sich in die absolute Spitzengruppe der Derby-Wettmärkte. Mit gewaltigem Speed fasste Englishman noch den kurz in Sicherheit geglaubten Favoriten Westminster Rocket, der an der Spitze lange bestens standgehalten hatte. Eineinviertel Längen trennte die beiden Erstplatzierten, wobei es so aussah, als wären die 2.400 Meter im Rennen des Jahres sogar noch von Vorteil für Englishman. Platz drei belegte Kairos, der ebenso eine tolle Partie lieferte wie Weekend Warrior auf Rang vier.
Erster Gruppesieg für französischen Nachwuchsjockey
Im Sattel des siegreichen Nathaniel-Sohnes saß mit Enzo Crublet ein Nachwuchsjockey aus Frankreich, der erst seit März für den auf einer Welle des Erfolges schwimmenden Mülheimer Trainer Marcel Weiß arbeitet. Hier gewann er sein erstes Grupperennen überhaupt. Stalljockey Sibylle Vogt hatte sich für Sharpnshady entschieden, der jedoch früh keine Akzente setzen konnte.
STIMMEN:
Enzo Crublet (Jockey von Englishman): „Ich wusste, dass ich eine gute Chance haben würde. Es war mein erster Sieg in einem Grupperennen, und dann vor solch einer tollen Kulisse. Ich bin sehr glücklich.
Marcel Weiß (Trainer von Englishman und Sharpnshady): „Das war eine tolle Vorstellung von Englishman, ohne Wenn und Aber. Auch die Distanz hat ihm nichts ausgemacht. 2.400 Meter im Derby werden noch besser sein. Für Sharpnshady kam das Rennen vielleicht zu früh.“
Manfred Ostermann (Besitzer von Englishman): „Er ist wirklich ein Riesensteher. Man hat deutlich gesehen, dass er immer mehr beschleunigen konnte, je weiter das Rennen ging. Und es war ja erst sein zweiter Start im Leben.“
Andreas Wöhler (Trainer von Westminster Rocket und Mystic Charly): „Gerne hätten wir für Westminster Rocket ein Führpferd gehabt, aber es war alles okay. Mystic Charly konnte am Ende nicht mehr zulegen.“
Henk Grewe (Trainer von Kairos und Weekend Warrior): „Ich bin mit beiden Pferden sehr zufrieden. Sie hatten kein zu hartes Rennen. Das war die perfekte Vorbereitung für das Derby.“
IDEE Derby-Meeting vom 28.6. bis 05.07.
Das IDEE 157. Deutsches Derby (Gruppe I, 650.000 Euro, 2.400 m) ist das Highlight der vier Renntage zwischen dem 28. Juni und 5. Juli umfassenden IDEE Derby-Woche 2026 auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn. Gleichzeitig handelt es sich um das bedeutendste Galopprennen in Deutschland. Die finale Vorbereitungsprüfung ist das Hoffnungspreis – Derby Trial (Listenrennen, 30.000 Euro, 2.050 m) am 21. Juni in Dortmund.

