Andrasch Starke: “Hauptsache Derby, Hauptsache Hamburg”

Vor fünf Jahren: Andrasch Starke mit Nutan bei seinem siebten Derby-Triumph in Hamburg. (Foto: Galoppfoto/ Sorge)

Vor fünf Jahren: Andrasch Starke mit Nutan bei seinem siebten Derby-Triumph in Hamburg. (Foto: Galoppfoto/ Sorge)

(Hamburg) Andrasch Starke hat sieben Mal das Deutsche Derby gewonnen, kennt Hamburgs Rennbahn wie “seine Westentasche” und ist in Stade vor den Toren der Hansestadt aufgewachsen. Und auch wenn die Bekämpfung der Corona-Pandemie den Alltag im Galopp-Sport verändert hat wie in so vielen anderen Lebensbereichen, klingt der mehrmalige Champion-Jockey ziemlich vergnügt und entspannt: “Ich bin erstmal froh, dass das Derby stattfinden kann und zwar in Hamburg und nicht sonst irgendwo.”

Mit dem besten Wonderful Moon...

Vom 10. - 12. Juli bittet der Hamburger Renn-Club (HRC) zum Derby-Meeting. Am 12. Juli wird im IDEE 151. Deutschen Derby das prestigeträchtigste Rennen des Jahres gelaufen - und Starke ist dabei. Der 46-jährige dürfte dabei im Sattel des aktuellen Derbyfavoriten Wonderful Moon sitzen, mit dem er das Herzog Ratibor- Rennen in Krefeld, die Cologne Classic und die Union in Köln gewann. Nun geht der Blick des Trainers Henk Grewe, des Stalljockeys Starke und der Besitzergemeinschaft Stall Wasserfreunde gen Norden. “Er ist das beste Pferd seines Jahrgangs”, findet Andrasch Starke, “aber mir ist es egal, ob er nun als erster Favorit oder zweiter oder dritter nach Hamburg geht. Hauptsache er bleibt gesund.”

Maskierte Reiter” - kein Problem

Gesundheit ist das prägende Thema der letzten Monate und hat Folgen für die Jockeys. Etwa den Mund-Nase-Schutz, der auch im Rennen getragen werden muss. Wie reitet es sich mit Stoff im Gesicht? “Also es ist schon anstrengend”, räumt Andrasch Starke ein, “vor allem bei höheren Temperaturen. Ansonsten ist es klar, dass man in der Umkleide, in der Waage, im Führing oder in der Startmaschine Maske trägt - find ich unproblematisch. Im Rennen kann der Schutz vielleicht mal unter die Nase rutschen, aber da haben wir sowieso reichlich ´Fahrtwind` und genug Abstand voneinander. Wenn man in zehn Rennen zehn Starts hat, macht es sich bemerkbar. Andererseits sind wir trainiert, laufen manchmal in warmer Kleidung rum, um mit Schwitzen Gewicht zu machen.”

Froh über frühen Re-Start

Irgendwann - da ist sich Andrasch Starke sicher - wird das Thema ad acta gelegt. Anders als in Japan, wo der Profi von Mitte Januar bis Mitte März etliche Starts hatte. “Dort ist es im Alltag verbreitet, einen Mundschutz zu tragen”, so der Berufsreiter, “die Corona-Epidemie hat sich in anderer Form bemerkbar gemacht. In Städten wie Kyoto, die echte Touristenziele sind, war viel weniger los, es war leerer und auf den großen Bahnen Rennen ohne Zuschauer zu erleben, war sehr ungewohnt.” Starke kam gut vorbereitet auf das Thema Corona-Virus aus Asien zurück und war prompt erstaunt, dass es in Deutschland gelungen ist, relativ frühzeitig wieder mit dem Rennbetrieb zu beginnen. In Frankreich, England und jetzt Irland habe das deutlich mehr Zeit benötigt.

Für die Pferde mache die aktuelle Situation ohne Publikum auf den Rennbahnen keinen Unterschied. Etwas weniger laut, etwas weniger Aufregung - mehr nicht. Starke: “Das ist nicht besser, aber auch nicht schlechter.”

Während des Rennens selbst hat man weder Ohr noch Auge für das Publikum, da konzentriert man sich völlig auf das Pferd und sich selbst”, sagt der siebenmalige Derby-Sieger rundheraus, “man merkt es aber nach den Rennen, wenn die Zuschauer fehlen. Ich glaube trotzdem, das ein Fussballstadion ohne Zuschauer deutlich trostloser ist.”

Privilegiert durch Pferde

Zum “Jammern” sieht Andrasch Starke keinen Anlass: “Wir durften und mußten zu den Pferden zur Versorgung und zum Training, anders als Leute, die in Kurzarbeit geschickt wurden. Die Besitzer haben Geduld gezeigt, die Pferde nicht aus dem Training genommen obwohl das alles ja auch kostet und unter den Pferdebesitzern eben auch Unternehmer sind, die so eine Krise überstehen müssen.” Und auch deshalb freut sich der siebenmalige Derby-Sieger auf das “Heimspiel” in Hamburg-Horn, auf das Geläuf, drei Renntage und das IDEE 151. Deutsche Derby.

Das können Pferdesportfans zwar nicht auf der Rennbahn Hamburg-Horn erleben, gleichwohl aber alle drei Renntage im Livestream sehen bei www.deutscher-galopp.de (hier gibt es auch eine Erinnerungsfunktion für zukünftige Übertragungen), auf dem YouTube Kanal sowie der Facebook-Seite von Deutscher Galopp, und auf der Homepage von Wettstar (www.wettstar-pferdewetten.de).

Der Hamburger Renn-Club im Internet: www.galopp-hamburg.de

Bei Facebook: www.facebook.com/hamburgerrennclub/

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