IDEE 151. Deutsches Derby - Aufregung pur und Grand Prix-Tag in Hamburg

"Flinke Frau" - Satomi, hier mit Michel Caddedu in Hannover -  zählt zu den aussichtsreichen Kandidatinnen im pferdewetten.de - Großer Hansa-Preis in Hamburg. (Foto: Galoppfoto.de/Frank Sorge) "Flinke Frau" - Satomi, hier mit Michel Caddedu in Hannover -

(Hamburg) Es ist nach dem IDEE 151. Deutschen Derby das sportlich zweitwichtigste Galopprennen Hamburgs und am Samstag der große Höhepunkt am zweiten Renntag des IDEE Derby-Meetings 2020: Der pferdewetten.de - Großer Hansa-Preis (Gruppe II, 35.000 Euro, 2.400 m) lockt am Samstag zum Blauen Band einmal mehr die Grand Prix-Pferde an. Nicht mal 24 Stunden später folgt das Highlight - der Derby-Sonntag mit dem “Rennen der Rennen”, dem IDEE 151. Deutschen Derby am Sonntag

Blick auf den Samstag in Hamburg-Horn

Die Historie des Großen Hansa-Preises reicht bis ins Jahr 1892, als die Prüfung erstmals ausgetragen wurde. Nur 1944 fand das Rennen in Dresden statt, sonst stets in Hamburg. Schon im Jahr 1972 bekam das Rennen den Status eines Europa-Gruppe II-Rennens (vergleichbar mit der Europa-League im Fußball). Seit 2008 geht es über eine Distanz von 2.400 Metern.

Mit neun Siegen ist der legendäre 31-fache Trainer-Champion Heinz Jentzsch der Rekordhalter an Siegen. Er gewann das Rennen mit Lombard (1972), Arratos (1973), Stuyvesant (1977), Acatenango (1987), Astylos (1988, totes Rennen), El Salto (1988, totes Rennen), Carlton (1993), Lando (1994) und Monsun (1995). Vor einem Jahr ging der Erfolg durch French King nach Frankreich.

Diesmal gibt es ein Wiedersehen mit einem früheren Derby-Sieger: Gestüt Röttgens Windstoß (Maxim Pecheur) gewann 2017 das IDEE Deutsche Derby und war 2018 Vierter im Hansa-Preis. Sein aktueller vierter Rang im Kronimus – Großer Preis der Badischen Wirtschaft in Baden-Baden war gut genug und gibt dem von Markus Klug in Köln-Heumar berechtigte Chancen auf einen weiteren Hamburg-Coup. Sein Trainer hat mit der Stute Satomi (Michael Cadeddu), die soeben ein Listenrennen in Hannover auf ihr Konto brachte, eine weitere Hoffnung am Start.

Darius Racings Donjah (Clement Lecoeuvre) gewann 2019 den Gran Premio del Jockey Club in Mailand und dürfte sogar die Toto-Favoritin im Siebener-Feld werden. Für Stuten-Power könnte auch Apadanah (Bauyrzhan Murzabayev) sorgen, eine Sensations-Listensiegerin in Dortmund, bei der sich meistens am Start entscheidet, wie das Rennen verläuft. Springt sie hinter den anderen Pferden ab, sind oft die Chancen schon dahin. Kommt sie gut ab, dann ist vieles möglich. Zuletzt ließ sie auch den Ittlinger Nikkei (Marco Casamento) hinter sich, der im vergangenen Jahr sehr guter Zweiter im Großen Preis von LOTTO Hamburg auf dieser Bahn war. Itobo (Marco Casamento) braucht sich auch im reifen Alter von acht Jahren nicht zu verstecken. Calico (Lukas Delozier) scheint weiter auf dem Weg nach oben.

Ein Ausgleich I über 1.600 Meter und zwei Rennen mit der Viererwette (hier werden jeweils 10.000 Euro garantiert an die Wetter ausgeschüttet) ragen aus dem weiteren Programm der insgesamt 13 Rennen heraus. Erster Start ist um 11 Uhr. Die ersten sechs Prüfungen werden auch in die Wettannahmestellen nach Frankreich übertragen.

Das Rennen des Jahres: Wonderful Moon auf den Spuren von Sea The Moon?

Auf diesen Tag haben alle Fans des Galopprennsports hingefiebert, am Sonntag ist es wieder soweit. Das Mega-Ereignis im deutschen Turf steht auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn an. Das IDEE 151. Deutsche Derby (Gruppe I, 2.400 m) wird der krönende Abschluss des IDEE Derby-Meetings 2020 und gleichzeitig der absolute Höhepunkt der Rennsaison hierzulande. Die besten dreijährigen Pferde kämpfen um großes Renommee und Preisgelder in Höhe von 650.000 Euro! Damit gibt es in Hamburg mehr zu verdienen als in einigen der bedeutendsten Rennsport-Länder Europas.

Nach rund zweieinhalb Minuten steht fest, wer die Nummer eins in seinem Jahrgang sein und Geschichte schreiben wird. Der Favorit heißt Wonderful Moon, gehört der vierköpfigen Besitzergemeinschaft des Stalles Wasserfreunde um Uwe Aisch, Lars-Wilhelm Baumgarten, Eckhard Sauren und Peter Vogt, wird von dem letztjährigen Championtrainer Henk Grewe in Köln vorbereitet und hat keinen Geringeren als den siebenmaligen Derby-Siegjockey Andrasch Starke (46) im Sattel.

Während Henk Grewe (37) noch auf seinen ersten Derby-Triumph wartet und 2019 mit dem zweiten Rang von Django Freeman hinter Laccario ganz dicht dran war, siegte der in Stade bei Hamburg geborene Andrasch Starke im Blauen Band mit Robertico (1998), Samum (2000), Next Desert (2002), Schiaparelli (2006), Kamsin (2008), Lucky Speed (2013) und Nutan (2015).

Starkes Hoffnung Wonderful Moon könnte dem Vater Sea The Moon nachfolgen, der 2014 mit seinem Elf-Längen-Sieg der beeindruckende Derby-Held der jüngeren Vergangenheit war. Aber auch Wonderful Moon legte eine steile Karriere hin: Schon drei Gruppesiege stehen auf seinem Konto, das Ratibor-Rennen als Zweijähriger 2019, sowie das Cologne Classic und das Union-Rennen 2020. In der bedeutendsten Derby-Vorprüfung in Köln belegten in den vergangenen beiden Jahren stets die beiden späteren Derby-Erstplatzierten die Ränge eins und zwei.

In der Domstadt musste Wonderful Moon erstmals kämpfen, doch hatte er auch einen aufwändigen Rennverlauf. Mit einer dreiviertel Länge ließ er Grocer Jack (Marco Casamento) hinter sich, der dem Kölner Dr. Christoph Berglar gehört, der im Jahr 2012 mit dem damaligen Favoriten Novellist Zweiter hinter Pastorius war. Grocer Jack hat sich stetig verbessert, gilt als großer Steher und könnte auch Trainer Waldemar Hickst zum ersten Derby-Sieg verhelfen.

Ihm ist vielleicht am ehesten zuzutrauen, in die große Phalanx der Grewe-Hoffnungen einzubrechen. Denn der amtierende Champion hat vier Eisen im Feuer. Neben Wonderful Moon handelt es sich um Dicaprio (mit dem Franzosen Clement Lecoeuvre), Adrian (mit Anthony Crastus, ebenfalls aus Frankreich) und Only the Brave (Rene Piechulek).

Dicaprio ist bei zwei Auftritten noch ungeschlagen, imponierte im Münchener Derby Trial und könnte es noch besser machen als sein Halbbruder Django Freeman, der 2019 nur gegen Laccario passen musste. Der im Besitz von Christoph Holschbach und Thomas Krauth stehende Hengst ist ein Sohn von Adlerflug, der 2007 das Derby an sich brachte.

Adrian gehört dem Gestüt Auenquelle (Rödinghausen) von Karl-Dieter Ellerbracke und Peter-Michael Endres, die die Geschicke der Rennbahnen in Mülheim bzw. Düsseldorf als Präsidenten der Veranstalter leiten und außerdem auf den Außenseiter Torquator Tasso (mit dem Engländer Jack Mitchell) hoffen. Der Reliable Man-Sohn gewann problemlos das Derby-Trial in Düsseldorf. Only the Brave (Rene PIechulek), im Besitz von Kölns Renn-Vereins-Präsident Eckhard Sauren, bringt einen Sieg aus Frankreich als aktuelle Empfehlung mit.

Zwei Nachnennungen für je 65.000 Euro

Hochspannend ist der Auftritt von Kellahen mit Jockey-Oldie Andre Best (50), der noch nie das Derby gewonnen hat, auch wenn er schon zu Zeiten des legendären Bruno Schütz mit Kornado einen Favoriten steuerte. Nun bekommt er unverhofft diese Chance auf einem mächtig verbesserten Hengst (vier Siege in 2020, darunter zuletzt im Derby Trial in Hannover). Meistens galoppiert der vielfach stark unterschätzte Kellahen, den die Hoppegartener Trainerin Sarka Schütz, die eher zu den Underdogs der Szene gehört, von der Spitze aus seine Gegner “aus den Schuhen”. 65.000 Euro kostete die Nachnennung von Karin Brieskorns Hoffnungsträger, der gerade zu 50 Prozent an den Freilassinger Schlafmöbel-Unternehmer Hans-Gerd Wernicke (Stall Salzburg) verkauft wurde.

Ebenfalls für diese Summe rückte UNIA RACINGS Soul Train ins Blaue Band. Sein Sieg im Derby Trial in Baden-Baden war eine Augenweide. Er vertritt das Erfolgsteam von Trainer Andreas Wöhler (Spexard), der 2019 mit Laccario sein fünftes Derby gewann, und Championjockey Bauyrzhan Murzabayev, der die Statistik klar dominiert und noch am Wochenende elf Rennen innerhalb von zwei Tagen gewann.

Aus dem Ausland reisen zwei Pferde an (aus Frankreich): Frohsim (Adrie de Vries) gehört dem Münchener Buchmacher Simon Springer (Ecurie Normandie Pur Sang) und war Zweiter eines Listenrennens in Frankreich. In Swoop (Ronan Thomas) trägt die Farben von Derby-Rekordhalter Gestüt Schlenderhan (18 Siege) und wird von Francis Henri Graffard nach einem dritten Rang im Prix Greffulhe nach Hamburg geschickt.

Super-Programm mit zwölf Rennen

Der Derby-Tag, der gleichzeitig das IDEE Derby-Meeting in Hamburg beschließt, wird zum ganz großen Event. Zwölf Rennen erwarten die Besucher (erster Start ist um 11:25 Uhr, die Rennen 1 bis 4 und das Derby werden auch nach Frankreich übertragen).

Das Rahmenprogramm ist erstklassig mit zwei weiteren Grupperennen für Stuten und vielem mehr. Im Sparkasse Holstein-Cup (Hamburger Stutenmeile, Gruppe III, 27.500 Euro, 1.600 m) und in der Mehl-Mülhens-Trophy (Hamburger Stutenpreis, Gruppe III, 27.500 Euro, 2.200 m) treffen sich hochkarätige Pferdedamen. Hinzu kommen das Rudolf August Oetker-Gedächtnisrennen - BBAG-Meiler-Auktionsrennen (52.000 Euro, 1.600 m) und das Hapag-Lloyd-Rennen - BBAG Steher-Auktionsrennen (52.000 Euro, 2.200 m) und ein Ausgleich I.

Wetten, dass…?!? 2.0 Mega-Viererwette der Woche“

Freuen dürfen sich die Wetter auf eine ganz besondere Attraktion. In der „Wetten, dass…?!? 2.0 Mega-Viererwette der Woche“ werden 25.000 Euro in der Viererwette ausgeschüttet. Die Turf-Enthusiasten Lars-Wilhelm Baumgarten. Guido Schmitt und Christian Sundermann konnten 117 Mitstreiter für ihre Initiative „Wetten, dass…?!?“ 2.0 gewinnen, in der alle Teilnehmer in der Viererwette an allen Sonntagen bis in den November 180 Euro sowie an diesen Tagen je 120 Euro in Rennen ihrer Wahl auf Sieg einsetzen. Der Totalisator-Umsatz wird dadurch enorm angekurbelt.

Der TV-Sender Sport 1 berichtet live aus Hamburg. Die ZDF-Sportreportage zeigt im Rahmen ihrer Sendung das IDEE 151. Deutsche Derby und das Hamburg-Journal des NDR fasst das Ereignis ab 19.30 Uhr zusammen.

Ohne Zuschauer, aber im Livestream

Auf den berühmten Hamburger “Roarr” muss im Pandemie-Jahr 2020 in Hamburg verzichtet werden. Alle drei Renntage können nur ohne Zuschauer vor Ort stattfinden. Gleichwohl können sich Fans die gewisse Prise “Derby-Fieber” nach Hause holen, denn sowohl auf www.deutscher-galopp.de als auch bei www.wettstar-pferdewetten.de werden alle drei Renntage im Livestream gezeigt. Dazu gibt es Interviews, Einspielfilme, Experteneinschätzungen und Wett-Tipps.

Der Hamburger Renn-Club im Internet: www.galopp-hamburg.de

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