Der Präsident hat “Tschüss” gesagt

Der Präsident hat “Tschüss” gesagt


Eugen-Andreas Wahler trat als Präsident des HRC 2020 nicht zu einer weiteren Amtszeit an, sondern setzt andere Prioritäten. (Foto: Sorge/ galoppfoto)

(Hamburg) Nach über 16 Jahren als Präsident des Hamburger Renn Club e.V. hat sich Eugen-Andreas Wahler entschlossen, nicht wieder für das Amt zu kandidieren. Der Jurist, Pferdebesitzer und Vorstandsmitglied im Dachverband Deutscher Galopp e.V. setzt künftig andere Prioritäten. Seit 1990 war Eugen-Andreas Wahler Vorstandsmitglied im Hamburger Renn-Club. 

Angeregt hatte der Vize-Präsident Albert Darboven seinerzeit Wahlers Bewerbung um die Mitarbeit im Vorstandsgremium. Der im Landkreis Lüneburg beheimatete Eugen-Andreas Wahler ist Pferdemann durch und durch. Er kennt sowohl den Warmblutsport mit Dressur und Springreiten, als auch den Rennsport, ist mit der Pferdezucht von Kindesbeinen an durch seinen Vater Eugen Wahler (Klosterhof Medingen, Bad Bevensen) vertraut und somit insgesamt im Pferdesport zuhause. Er hat selbst Rennen geritten, besonders gern Hindernisrennen, war 1973 Deutscher Amateur-Champion, 1993 Champion der Besitzer-Trainer und 2017 Besitzer-Champion der Hindernispferde. Im Springsport hat Eugen-Andreas Wahler aktiv überzeugt und er ist auch heute noch Besitzer von Rennpferden. 

Im Jahr 2004 trat Wahlers Vorgänger Franz-Günther von Gaertner als Präsident des HRC zurück und empfahl seinem deutlich jüngeren Vorstandskollegen “Wahler, mach Du das”. Trotz der beruflichen Beanspruchung - Eugen-Andreas Wahler ist renommierter Arbeitsrechtler und Inhaber der Anwalts- und Notariatskanzlei Wahler, Westerfeld & von Neumann-Cosel in Uelzen - übernahm er die Aufgabe und fand volle Unterstützung dafür bei Ehefrau Alexandra Wahler und den Kindern. Ein simples Amt ist der Vorsitz im Hamburger Renn-Club e.V. nie gewesen, aber eine immer wieder schöne Aufgabe wie Eugen-Andreas Wahler verdeutlicht: “Ich habe über all die Jahre die volle Zustimmung und Rückendeckung der Club-Mitglieder und meiner Vorstandskollegen erfahren, andernfalls stellt man sich nicht 16 Jahre lang in den Dienst der Sache.” 

Eigenlob ist dem HRC-Vorsitzenden eher suspekt. “Ich denke, man hat mir das damals wohl zugetraut, weil ich sowohl Praktiker als auch Theoretiker bin”, mutmaßt Wahler, “weder der Sport selbst, noch die Zucht oder die Aufgaben in einem Rennverein sind für mich abstrakt. Und ich hatte und habe ja auch Kontakte, die ausgebaut und gepflegt worden sind.”  

In seine Amtszeit fielen große Veränderungen wie der gesellschaftliche Wandel rund um den Galoppsport, die andauernde Neuorientierung in der Vermarktung und zuletzt auch die Entwicklung des Projekts “Doppel-Rennbahn”. Diese Zukunftsaufgabe weiß Eugen-Andreas Wahler bei Ilona Vollmers, Albert Darboven und Michael Streithorst im Vorstand des Pferdezentrum Horner Rennbahn e.V. in guten Händen, wie er es überhaupt exzellent versteht, Mitstreiter ihren Talenten und Fähigkeiten entsprechend agieren zu lassen und vertrauensvoll zu delegieren. Seiner Entschlossenheit, seinem Einfluss und der juristischen Kompetenz verdankt es der HRC, dass der vor wenigen Jahren gestartete Versuch, das Deutsche Derby aus Hamburg zu “entführen”, gescheitert ist. 

Der Entschluss, die Beanspruchung durch die Ämter im Hamburger Renn-Club e.V. und im Präsidium des Dachverbands Deutscher Galopp e.V., für den Eugen-Andreas Wahler auch Vorsitzender des Oberen Renngerichts ist, zu reduzieren, reifte in den vergangenen Wochen und Monaten. Eugen-Andreas Wahler hat die Freiheit der Wahl nun genutzt - auch wenn er sein Amt gern ausgeübt hat: “Es war mir eine Ehre, dem Hamburger Renn-Club zu dienen.”